Stressabbau

Lehren ohne Worte,
Wirken ohne Tun. 

Stressbewältigung in Schüler-Hand

Schüler nehmen Stressbewältigung selbst in die Hand

Ein Blog zu einem außergewöhnlichen Projekt


18.08.2009 - Doris
Zu unserem großen Bedauern haben wir heute von der SV des Albertus Magnus Gymnasiums erfahren, dass die Schüler das so verheißungsvoll begonnene Stressbewältigungs-Projekt nicht weiterführen werden. Zu groß ist nach Bekunden von Stephan Greten, dem Vorsitzenden der SV, der derzeitige Stress und zu zahlreich sind die Anforderungen des Schul- und Lebensalltags.
Diese Situation begegnet uns fast täglich: Menschen wissen, dass sie Stress haben und dass sie unbedingt etwas dagegen tun sollten. Dennoch ziehen sie die sich am Horizont abzeichnende Katastrophe den Opfern vor, die im Hier und Jetzt zu erbringen wären.

Das erinnert stark an die Geschichte des Mannes, der mit einem stumpfen Sägeblatt im Wald Bäume fällt, während ein nagelneues Blatt daneben liegt. Auf die Frage eines Spaziergängers, wieso er es sich nicht leichter macht, indem er einfach das stumpfe Sägeblatt gegen das scharfe austauscht antwort er, dass er dafür keine Zeit habe, weil er Bäume fällen müsse...

Die Schüler haben uns auch wissen lassen, dass die bisherigen Erkenntnisse dieses Projektes ihnen bereits viele wertvolle Impulse gegeben haben. Uns bleibt nur zu hoffen, dass sie irgendwann in Ihrem Leben daran anknüpfen.


10.05.2009 - Alexander
So ganz wussten wir nicht, was uns erwarten würde, als wir uns Anfang letzten Monats auf den Weg nach Tungeln machten. Zur für uns an einem Samstagmorgen unnatürlich frühen Stunde standen wir also um 10 Uhr vor der Tür des Stressbewältigungszentrums und wurden auch gleich herzlich begrüßt. Dann ging es auch direkt los mit einer Meditationsübung. Es war wohl für alle von uns ein komisches Gefühl, einfach einmal nur dazusitzen, nichts zu tun und unsere Atem zu beobachten. Schließlich findet man heutzutage immer irgendetwas zur Beschäftigung, zehn Minuten der Ruhe sind da meist Utopie.

Weiter ging es im Gesprächskreis zum Thema Stress. Wir sammelten unsere eigenen Stressfaktoren (sog. „Stressoren“) an der Flipchart und wurden uns dabei bewusst, wie sehr unser Stresspegel eigentlich eine Einstellungsfrage ist. Wer sich bewusst von diesen Faktoren freispricht, hat auch gleich weniger Stress.

Zum Abschluss gab es dann eine Einführung in die „progressive Muskelentspannung“, bei der wir uns zwar alle zunächst etwas seltsam vorkamen, deren Wirksamkeit aber, nachdem wir uns darauf eingelassen hatten, nicht von der Hand zu weisen war.

Alle sichtlich entspannter fuhren wir zurück gen Heimat, um an unserer Schule Werbung für das Seminar zu machen, das wir mit dem DFME für zwei Gruppen interessierter Schüler abgesprochen hatten.


09.05.2009 - Doris
In unserem Projekt haben wir nun das erste Seminar erfolgreich hinter uns gebracht. Es war uns wichtig, unseren jungen Teilnehmern einen interessanten Mix aus Theorie und Praxis zu bieten und ich glaube, das, was wir vorbereitet haben, ist gut angekommen.
Die jungen Frauen und Männer haben sich die Erkenntnis erarbeitet, dass der meiste Stress, den wir haben, hausgemacht ist. Stress entsteht ja aus dem Gefühl heraus, etwas ausgeliefert zu sein, das wir meinen, nicht beeinflussen zu können. Eine der interessantesten Erkenntnisse des Tages war vermutlich die Tatsache, dass wir mehr beeinflussen können, als wir glauben.

Im praktischen Teil haben wir unsere Teilnehmer in das stille Sitzen im Stil des Zen eingeführt, ihnen die aktive Entspannungsmethode Progressive Muskelentspannung nahegebracht und ihnen einige Atemübungen gezeigt, mit denen sie Konzentraktion fördern, Angst reduzieren und die Nerven beruhigen können. Alle diese Übungen sind ebenso effektiv wie einfach und können locker in den Schulalltag integriert werden.

Fazit für uns als Anleitende:
Wir waren von den "Youngsters" restlos begeistert. Wir haben vorbehaltlose Offenheit erfahren, Bereitwilligkeit, sich auf Unbekanntes einzulassen, Freundlichkeit, gute Umgangsformen und eine Art und Weise, miteinander zu kommunizieren, die wir in Erwachsenengruppen oft vermissen. Es war keine Eile in den Diskussionen, jeder konnte in Ruhe ausreden und alle Beiträge wurden gelten gelassen. Offene Augen, ein klarer Geist und ungetrübte Herzen. Der Tag mit diesen jungen Menschen hat uns tief beeindruckt und wir danken ihnen für diese wunderbare Erfahrung. Wenn das die Menschen sind, die unsere Geschicke lenken, wenn wir alt und grau sind, mache ich mir keine Sorgen um die Welt.

P.S. Unser Wortschatz wurde übrigens durch einen "coolen" Begriff erweitert, den wir gerne in den Wortschatz der Stressbewältigungs- und Entspannungstherapie aufnehmen: "chillich" [vermutlich von chill out]   :o))


Schülervertreter des AMG Friesoythe   Schülervertreter des AMG Friesoythe

Schülervertreter des AMG Friesoythe   Schülervertreter des AMG Friesoythe

22.04.09 - Stephan
In Friesoythe trifft sich die Schülervertretung des AMG zu ihrer wöchentlichen Besprechung. Neben vornehm unrelevanten Themen wird in erster Linie über das weitere Vorgehen in Bezug auf das im Sommer anstehende Schülerseminar zum Thema "Stressbewältigung" gesprochen. Nun wird die Sachlage erstmals konkret: Wir, die Schülervertreter, akzeptierten einstimmig, den Info-Flyer an unserer Schule zu veröffentlichen. Weiterhin werden wir den Vorschlag der beiden Seminarführerinnen Doris und Ishtar annehmen und ein Eintages-Seminar am 9.Mai im Fachzentrum in Tungeln veranstalten, um uns selbst ein Bild von dem zu machen, was unsere Mitschüler erwarten wird. Dies wird uns vor allem dazu zu nutzen, um Mundpropaganda zu machen, damit der Zuspruch für dieses außergewöhnliche Projekt wächst. Nachdem nun der zweite Schritt nach dem Kennenlernen vollzogen ist, steht dem Erfolg dieser Aktion nur noch die mögliche Trägheit der Schülerschaft im Weg.

SV-AMG


30. März 2009 - Doris
Was lange währt, wird bekanntlich gut. Die Mädels waren in der Maske und es ist ein schönes Foto der Schülervertretung herausgekommen.
Der Flyer wurde mit leichten Modifikationen "abgenickt" und nun versuchen wir, einen Termin für ein erstes Seminar zu finden.


19. Februar 2009 - Doris
Pünktlich sind wir da, lernen Stephan, Sebastian, "Verbindungslehrer" Thorsten und die anderen Mitglieder der Schülervertretung kennen. Alles sympathische, wache, engagierte junge Leute.
Wir besprechen, was sie sich vorstellen und was wir leisten können. So wie es aussieht, wird es ein tolles Projekt. Stressbewältigung hat nicht nur etwas mit Methoden, sondern auch mit Bewusstsein zu tun. Deshalb finden wir es wichtig, auch interessierte Lehrer und Eltern mit einzubeziehen. Es wird noch weitere Arbeitssitzungen geben, um zu klären, wie das realisiert werden kann. Zunächst einmal werden wir den Entwurf für einen Informationsflyer erstellen und der Schülervertretung (SV) zukommen lassen. Wenn sich alle über die Formulierungen einig sind, werden die Flyer "unters Volk" gebracht. Wir sind sehr gespannt auf die Resonanz.

In die Tasche greifen müssen für das Projekt weder Schüler noch Schule. Einmal im Jahr "gönnen" wir uns ein "social project". Wir geben der Gesellschaft damit etwas für unsere Ausbildungen und Studien zurück, die Papa Staat uns kostenfrei hat angedeihen lassen. Diese Projekte sind Ausdruck unserer Dankbarkeit und Wertschätzung.


06. Februar 2009 - Doris
Es ist Freitagabend - eigentlich schon Feierabend. Zum letzten Mal sehe ich die Mails durch. Da ist eine ungewöhnliche Anfrage vom Vorsitzenden der Schülervertretung des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Friesoythe. Die Schüler leiden unter dem immer größer werdenden Druck, vor allem seit die Gymnasialzeit auf acht Jahre verkürzt wurde. Deutschlands Antwort auf Pisa...
Sie wollen lernen, wie sie ihren Lernstress bewältigen, Effizienz steigern und bei alledem noch Lebensfreude haben können. Da lässt sich was machen.
Wir sind beeindruckt, beschließen im Team, einen Termin zu vereinbaren und uns vor Ort mal anzuhören, was sich die jungen Leute so vorstellen.

nach oben

Zurück

Zusatzinfos