Lehren ohne Worte,
Wirken ohne Tun.
Soziale Bankrotterklärung unserer Gesellschaft
Ein Appell verzweifelter Hilflosigkeit: Das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Frauen, Familie,
Gesundheit und Integration versucht in einem Rundschreiben vom 25.05. d. J. junge Menschen für soziale Berufe zu rekrutieren.
Der Brief möchte "auf die vielfältigen
Möglichkeiten im Bereich der sozialen Arbeit aufmerksam machen. (...) Es können Fähigkeiten für die Menschen aller Altersklassen
und aus allen Sozialstrukturen, aber auch aus der Administration eingebracht
werden. Geboten werden Vollzeit- und Teilzeitstellen, Weiterbildungs- und
Aufstiegsmöglichkeiten."
Dass es offenbar neue Ausbildungsstellen gibt, ist grundsätzlich erfreulich - wenn man einmal davon absieht, dass soziale Berufe zu den schlechtbezahltesten gehören, gesellschaftlich kein besonderes Ansehen genießen und die in sozialen Bereichen tätigen Arbeitnehmer die Gruppe der Burnoutgefährdeten anführen.
Was zum Nachdenken über unsere Gesellschaft anregt, ist hingegen die Begründung für diese plötzlichen Vakanzen:
"Viele Familien sind nicht mehr in der Lage, sich ohne
unterstützende Einrichtungen rund um die Uhr um ihre Kinder, ihre älteren oder
kranken Angehörigen zu kümmern. Es fehlt ihnen die Zeit oder auch die Kraft dazu."
Mit unser 38- bis 40-Stunden-Arbeitswoche arbeiten wir Deutschen so wenig wie nie zuvor. Computer, Elektrogeräte und unzählige Technologien aller Art erleichtern angeblich unser Leben und nehmen uns immer mehr Arbeit ab. Und dennoch haben wir keine Zeit und keine Kraft mehr, uns um unsere Kinder, Alten und Kranken zu kümmern!?
Wo bleibt unsere Zeit?
Wieso haben wir das Gefühl, niemals so wenig Zeit zur Verfügung gehabt zu haben?
Können wir etwas dagegen unternehmen?
Und wenn ja: Wie könnte das aussehen?
Schreiben Sie uns Ihre Meinung dazu und wir werden sie gerne unter Angabe Ihres Namens und Wohnortes unter diesem Beitrag veröffentlichen.
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